Das Persoönliche

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Das, was das Stadtbad so besonders macht 

Das Stadtbad war nicht nur ein Hallenbad. Jeder Bochumer hat Erinnerungen an das Stadtbad. Als Schwimmmeister:in, als Schwimmlehrer:in, als Schwimmer:in, als Schüler:in oder aus noch vielen anderen Gründen. Hier sind ein paar Geschichten:

Weitere Geschichten kann man hier finden:

Sie haben selbst Erinnerungen an das Stadtbad? Dann teilen Sie diese doch hier:

Interview mit Sportlehrer 

und Wasserballer Peter Oleszak:

Interview mit Dr. Hans H. Hanke

über die gesamte Zeit des Kampfes

zum Erhalt des Stadtbads:

 
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Es ist keine Uebertreibung, wenn wir bemerken, daß wir aus dem Staunen nicht herausgekommen sind. Es war in der Tat wie in einem Märchen aus Tausendundeine Nacht.

Professor Tarasharo Ray aus Indien am 3. Oktober 1953 im Gästebuch des Stadtbads

zitiert nach: „Stadtbad fand in aller Welt Anerkennung“. In: Westfälische Rundschau (17.12.1962)

Die grünen Sprechblasen sind Beiträge von Besucher:innen der Website. Haben Sie selbst Erinnerungen an das Stadtbad, die Sie teilen möchten? Dann einfach hier teilen:

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Ich habe im Bochumer Stadtbad schwimmen gelernt. Vergleichsweise spät und unter tatkräftiger Hilfe meines Freundes und Klassenkameraden am damals Staatlichen Gymnasium, der mich ebenso behutsam wie entschlossen vom Nichtschwimmerbecken in den ernstzunehmenden größeren Teil des Bochumer Stadtbades begleitet und entlassen hat.

Prof. Dr. Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., Präsident des Deutschen Bundestages a. D. 2021

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Da ich nie ein guter Sportler geschweige denn Schwimmer war, habe ich in Erinnerung an das Stadtbad gemischte Gefühle. Ich kann mich nicht erinnern, jemals freiwillig dort gewesen zu sein, nur halt mit der Schule. Das war jedesmal ein ganz schöner Weg, „ganz schön“ wie in „lang“, nämlich vom Goethe Gymnasium bis zum Stadtbad. Auch der Weg zur Rundsporthalle, den wir manchmal hinter uns brachten, war nicht ohne. Eigentlich gehörte schon der Marsch zu diesen Lokalitäten zur sportlichen Betätigung und hätte uns angerechnet werden müssen. Jedenfalls habe ich trotz allem im Stadtbad meinen Frei-/Fahrtenschwimmer gemacht und danach nie wieder gebraucht. Im Foyer gab es eine Wendeltreppe, die zu einer Milchbar führte, daran erinnere ich mich heute noch mit Wehmut, weil mich irgendwann die Laktoseintoleranz heimsuchte. Ansonsten sind meine Erinnerungen an das Stadtbad, nun… „verschwommen“!

Komiker Hennes Bender 2021

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Ich bin Ende 1963 geboren und ich

kann mich gut an die vielen männlichen Besucher erinnern, die damals „Die Kriegsversehrten“ hießen. Es lagen

diverse Prothesen (Arme und Beine) auf der Wärmebank, wenn die Männer zum Schwimmen gingen. Als Kind war ich von dem Anblick ziemlich verstört und

meine Eltern mussten viele

Fragen beantworten...

Anja Langer 2021

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Mein Vater war begeisterter Schwimmsportler,

vor allen Dingen Wasserball, und hat es bis zum internationalen Schiedsrichter und zum Ende zum Deutschen Wasserballwart gebracht. Da war es nur natürlich, dass ich zu den abendlichen Übungsabenden von Blau-Weiss immer mitgegangen bin, sprang doch am Schluß immer etwas aus der Milchbar heraus. Ich habe dort auch Schwimmen gelernt beim Bademeister Zander, wenn ich es recht erinnere.

Ein Bademeister hatte immer so eine Gummiflitsche in der Tasche, die er dazu benutzte, übermütige Badegäste (ausschließlich Jungs) zu disziplinieren, indem er den Fersen einen schmerzhaften Reiz setzte. Die im Bad eingebaute Schäfer-Rinne, heute Wiesbadener Rinne, ist übrigens vom damaligen Leiter des Bäderamtes erfunden worden. So hat es mir mein Vater erzählt.

Harald Rulf-Quensel 2021

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Als "alter" Bochumer habe ich natürlich

Erfahrungen mit dem Stadtbad.

Ich bin mit meinem Vater und meinem Bruder zu Beginn, Mitte der 80er Jahre häufig wöchentlich im Bad und vor allem im Saunabereich gewesen. Dieser war damals schon etwas "abgewohnt", aber für uns super, auch da der geringe Preis, damals 4,50 DM für eine Tageskarte unschlagbar war und auch heute, hochgerechnet noch wäre. Im Bad bin ich das erste und einzige Mal vom 5m-Brett gesprungen.
 

Eine zweite Erinnerung habe ich.

Ein Freund meiner Eltern arbeitete damals als Sozialarbeiter mit Obdachlosen. Heute würde man Streetworker sagen, den Begriff gab's noch nicht. Die Obdachlosen hatten irgendwie zwei oder drei Mal in der Woche die Möglichkeit, die Duschen des Stadtbades für den symbolischen Betrag von 10 Pfennig zu benutzen.

Dieses Angebot ist allerdings schon längere Zeit vor der

Schließung des Stadtbads eingestellt worden. Die daraus resultierende Situation für die Obdachlosen war prekär.

Sie wurden dann glaube ich nach

Gerthe oder Wattenscheid vertröstet ...

Roland Hirschhausen 2021

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Ich heiße Nicole und bin 1982 auf das

Gymnasium am Ostring gekommen und hatte im

Stadtbad immer Schulsport und vorher als kleines Kind haben meine Eltern mich dort zu einem Schwimmkurs angemeldet. Leider war ich oft erkältet und kann mich kaum an diesen Schwimmkurs erinnern :-( In meiner Erinnerung ist der 7,5 m Sprungturm, auf dem mal ein kleines Kind stand während meines Schwimmkurses und tatsächlich

gesprungen ist und das ganze Bad applaudiert hat.

Nach dem Schulsport haben wir uns unsere Haare immer an einem der Wandföne getrocknet und danach

kandierte Nüsse an einem der

Drehautomaten gezogen :-)

Nicole Czerwinski 2021

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Ich habe das Stadtbad besucht und habe mich sehr gewundert über das, was meine Augen gesehen haben, dafür bin ich sehr dankbar.

ein arabischstämmiger Gast im

Gästebuch des Stadtbads

zitiert nach: „Über 7 Millionen besuchten in zehn Jahren das Stadtbad“. In: Ruhr-Nachrichten Bochum (17.12.1962)

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In keinem der 43 Länder, die ich bereist habe, habe ich ein solches Bad gesehen.

Bauingenieur aus Kalifornien im Gästebuch des Stadtbads

zitiert nach: „Neue Nutzung für das alte Stadtbad“. In: WAZ (03.03.1989)

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Im März 1953 machte ich meine Kaufmannsgehilfen-Prüfung, natürlich bestanden, dann ging es in die Milchbar im Stadtbad, um mit Freunden anzustoßen, natürlich mit Milch! Ich war damals 17 Jahre alt.

Gisela Alheite 2021